Berliner Mediensalon

Mittwoch, 26. Mai 2021 ab 19 Uhr

»Schreiben Medien die Teilung fest?«

Präsentation der Studie »30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Teilung« der Otto Brenner Stiftung OBS durch Dr. Lutz Mükke

anschließend Podiumsgespräch

Live: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1680345618819760&id=669240916596907

Dr. Lutz Mükke ist Wissenschaftlicher Direktor des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung in Leipzig. Seit 2010 ist er Herausgeber der internationalen Journalismus-Zeitschrift MESSAGE.

Renate Gensch Mitglied im dju-Bundesvorstand und Landesvorsitzende dju Berlin-Brandenburg

Andreas Oppermann Redaktionsleiter im Studio Frankfurt des rbb Rundfunk Berlin Brandenburg und stellvertretender Vorsitzender DJV Berlin – JVBB e.V.

Moderation: Johannes Altmeyer Leitender Redakteur Newsletter bei Business Insider Deutschland

Dass es um die massenmediale Teilhabe Ostdeutscher auch mehr als 30 Jahre nach der Vereinigung nicht besonders gut bestellt ist, bestätigt jetzt eindrucksvoll und faktenreich ein aktuelles Diskussionspapier der Otto Brenner Stiftung: In den Führungsetagen der wichtigen bundesrepublikanischen Leitmedien sind so gut wie keine Ostdeutschen zu finden; fast alle Regionalzeitungen, die im Osten erscheinen, sind in Besitz westdeutscher Medienunternehmen; in den Chefetagen der großen ostdeutschen Regionalzeitungen sind Westdeutsche ähnlich überrepräsentiert wie vielerorts beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Journalistenschulen bilden kaum Nachwuchs mit ostdeutschem Hintergrund aus. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist, dass die überregionale westdeutsche Qualitätspresse im Osten so gut wie nicht gelesen wird und die großen Medienhäuser aus Hamburg, München und Frankfurt denkbar wenig in Infrastruktur und Personal im Osten investiert haben. Aber auch kein originär ostdeutsches überregionales Leitmedium, das im gesamtdeutschen Diskurs ostdeutsche Perspektiven hätte einbringen können, hat sich etabliert. Der Osten mit seinem anderen Wahlverhalten, anderen Mentalitäten, anderen kulturellen, politischen und sozialen Prägungen erscheint vielen im Westen bis heute allzu oft als eine negativ zu bewertende Abweichung von der westdeutschen Realität und Normalität, als das rückständige Anhängsel, sprichwörtlich als ›Dunkeldeutschland‹. Ist die Ursache für den medialen Ost-West-Graben darin zu sehen, dass westdeutsch geprägte Medien zu lange im besserwisserisch-belehrenden ›Auslandsduktus‹ daherkamen und nie ernsthaft das Anliegen verfolgten, auch Ostdeutschland zu repräsentieren und die Ostdeutschen zu integrieren?

Dr. Lutz Mükke hat in seinem Papier für die Otto Brenner Stiftung auch konkrete Handlungsempfehlungen formuliert.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Papier und den Reaktionen darauf.

Wir wollen im Berliner Mediensalon zu diesem Thema online diskutieren.

Der Berliner Mediensalon ist seit mehr als zehn Jahren das Debattenforum für Journalismus in der Hauptstadt. Begründet als Stammtisch von Journalistinnen und Journalisten im netzwerk recherche in Berlin wird er ehrenamtlich organisiert. Mehr als zehn Debatten im Jahr werden durchgeführt u.a. in der taz, die tageszeitung und bei ALEX Berlin.

#Mediensalon ist eine Kooperation von Deutscher Journalistenverband DJV Berlin – JVBB e.V., Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union dju in ver.di und #mekolab, unterstützt von Landau Media und der Otto Brenner Stiftung.

Event Details
  • Start Date
    Mai 26, 2021 7:00 pm
  • End Date
    Mai 26, 2021 7:15 pm
  • Status
    Expired
  • Organizer
  • Category